Beim Betrachten deiner Sammlung ist mir eines besonders aufgefallen: Das Pferd ist ein immer wiederkehrendes Motiv, das in vielen deiner Bilder auftaucht. Was bedeutet es?
Pferd Nr. 1 sah noch etwas aus wie eine Kuh – frei aus der Hand gezeichnet. Meine Mama wollte, seitdem sie klein war, Pferde haben. Diesen Traum hat sie sich vor fünf Jahren erfüllt. Sie ist aufs Land gezogen und hat dort mehrere Pferde. Mein Traum ist es, eines Tages von der Kunst zu leben. Persönlich steht das Pferd für mich „seinen Träumen zu folgen“. Daran bin ich irgendwie hängen geblieben. Jedes Pferd ist unterschiedlich.
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Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?
Ich stehe meistens spät auf, weil ich abends lange wach bin. So zwischen 10 und 14 Uhr. Dann kümmere ich mich meist um organisatorische Dinge, wie zum Beispiel das Abräumen einer Ausstellung. Und nachts arbeite ich dann, um meine kreative Phase zu nutzen. An zwei Tagen die Woche arbeite ich außerdem in einer Oldenburger Weinbar und komme deshalb erst spät nach Hause.
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Also malst du jeden Tag?
Das ist bei mir ganz abhängig von der Stimmung. In einigen Phasen male ich mehr, manchmal weniger. Jetzt gerade male ich sehr viel, weil ich mich auf die nächste Ausstellung vorbereite. Ich kann aber nicht auf Knopfdruck malen, es muss ein Gefühl da sein.
Wann hast du mit der Kunst angefangen?
Wie viele Kinder habe ich, als ich klein war, schon sehr gern gemalt. Mit zwölf Jahren fing ich mit der Graffiti Kunst an und habe als Jugendlicher auch schon erste Werke verkauft. Die Sprühflasche habe ich aber irgendwann weggelegt und für ein Jahr nicht gemalt. Nach der einjährigen Pause brachte mich meine damalige Kunstlehrerin Maria Weghorst wieder zur Kunst. Sie gab mir große Leinwände und Acrylfarbe.
Von Graffiti zu Acryl – ein echter Stilwechsel.
Alle paar Jahre verändern sich meine Bilder und ich versuche etwas ganz Neues zu machen. Durch die Graffiti-Kunst kam es, dass ich direkt auf sehr große Leinwände gemalt habe. Dabei bin ich mit meinen Acrylbildern auch geblieben.
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Zu deiner Sammlung gehören aber sehr kleine Bilder, auf denen du Gegenstände platzierst. Sind sie Teil deiner neueren Werke?
Ja, daran arbeite ich aktuell. Hier arbeite ich mit Materialien wie Weihnachtskugeln, Naturmaterialien wie Blättern und mit Schokolinsen. Mit denen habe ich noch Großes vor, aber das wird noch nicht verraten.
Wie kamst du zu der Idee mit den Weihnachtskugeln?
Aktuell geht es mir darum, die Farben, die uns umgeben in die Bilder einfließen zu lassen und sozusagen die Acrylfarbe zu ersetzen. Das Bild mit den Kugeln mag ich sehr, weil es auch von der Seite betrachtet interessant aussieht. Gleichzeitig male ich aber auch weiter an meinen Acrylbildern. Meine Motivation hinter der Kunst ist, mich weiter zu entwickeln und ständig etwas Neues zu schaffen.
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Bekommst du auch künstlerische Aufträge?
Ja, heute zum Beispiel (lacht). Aber die lehne ich ab. Hinter Aufträgen steht immer ein Erwartungsdruck, der mich in meiner Freiheit einschränkt. Ich mache freie Kunst und freue mich, wenn meine eigenen Werke gut ankommen und einen Käufer finden.
Wer sind deine Käufer?
Meistens gehen meine Werke direkt an Endkunden. Aktuell kauft aber auch eine Innenarchitektin bei mir für Ihre Kunden. Sie richtet gern Räume mit meinen Bildern ein.
Wann und wo ist deine nächste Ausstellung geplant?
Meine nächste Ausstellung wird spätestens im Oktober sein im Hof Dinklage. Der finale Termin wird aber noch bekanntgegeben. Es wird eine Vernissage mit geladenen Gästen geben und danach kann man sich meine Bilder an einem Wochenende öffentlich ansehen.
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Du designst auch eigene T-Shirts. Wie kam es dazu?
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Die Idee kam nach meiner ersten Ausstellung. 2017 war ich auf Jamaica für drei Monate. Dort habe ich eine Modedesignerin aus London kennengelernt. Nach dem Urlaub habe ich sie in England besucht und sie hat mir beigebracht, wie man die T-Shirts näht. Für die nächste Ausstellung habe ich dann 100 T-Shirts von Hand genäht. Durch Corona konnte ich sie aber nicht auf der Ausstellung anbieten und habe sie stattdessen über meine Website verkauft. Die neuen T-Shirts lasse ich jetzt in Portugal produzieren. Als Merch-Artikel finde ich das Thema sehr spannend, möchte aber auch noch weiter in die Fashion gehen.
Vielen Dank für den spannenden Einblick in deine Kunstwelt. Wir freuen uns auf deine kommende Ausstellung und sind gespannt, welche Ideen du in Zukunft noch haben wirst!